Rezensionen

„Auf sieben Beinen“ von Fine Sturm

Ihr Lieben,

manchmal liest man den Klappentext eines Buches und möchte unbedingt wissen, was sich dahinter für eine Geschichte verbirgt. Nicht nur das wunderschöne Cover, sondern auch die Thematik der Geschichte haben mich direkt interessiert und neugierig gemacht. Und so viel vorweg –> ich wurde nicht enttäuscht!

Dieses Buch handelt von Franzi, die vor 10 Jahren durch einen Hundebiss ihr Bein verloren hat. Leider beeinflusst das ihr Leben und Denken so sehr, dass sie sich sehr zurückzieht, panische Angst vor Hunden hat, egal wie groß sie sind, und nur die wenigsten Leute in ihrer Umgebung von ihrer Beeinträchtigung wissen. Sie möchte auch keine Hilfe und verschließt sich davor die Dinge beim Namen zu nennen – Worte wie Prothese etc. kommen in ihrem Sprachgebrauch nicht vor und Franzi weicht dem Thema aus so gut es eben geht. Doch dann lernt sie Jan kennen und schnell merkt sie, dass sie ihn mehr als interessant findet. Das Problem? Jan darf nichts von ihrer Behinderung wissen und sein bester Freund ist Hansi, ein Hund. 

Was habe ich bei „Auf sieben Beinen“ erwartet? Ein schönes Buch für zwischendurch, welches „nebenbei“ gelesen werden kann. Was ich bekommen habe? Ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen konnte, das direkt ins Herz ging und meinen Wunsch nach einem eigenen Hansi enorm gesteigert hat. Es ist „leichte“ Lektüre, ja, aber dennoch nicht anspruchslos, denn durch Franzi lernen wir hier einen Menschen kennen, der in der Vergangenheit schlimme Erfahrungen machen musste und nicht gelernt hat, damit umzugehen. Wir erfahren wie es ist beeinträchtigt zu sein, niemanden zu haben, der sich in einen hineinversetzen kann und wie groß Ängste tatsächlich sein können.

„Es tut mir immer noch weh und es macht mich traurig,

diesen Teil von mir zu sehen.

Das hat sich auch nach all den Jahren nicht geändert.“

Umso glücklicher hat es mich gemacht, Franzi bei ihrer Entwicklung zu beobachten und zu sehen, wie sie ihr Schneckenhaus langsam verlässt. Vorsichtig zwar und immer mit Bedacht, aber man sieht, dass sie an sich arbeitet. Zu Beginn des Buches war Franzi ein Charakter, mit welchem ich mich nicht identifizieren konnte. Zwar kannte ich ihre Angst vor Hunden noch aus meiner Kindheit, aber ich wurde nie so starr wenn ein Vierbeiner auf mich zugekommen ist. Ich konnte auch nicht verstehen, wie sie zu aller Welt teilweise richtig feindselig sein konnte und immer nur das Schlechte von allen erwartet hat

Doch Franzi hat eine Freundin an ihrer Seite, die sie seit der Schulzeit nicht im Stich gelassen hat. Und egal in welcher Verfassung Franzi war, Kicki hat immer zu ihr gehalten und sie niemals aufgegeben. Kicki ist eine Freundin, wie jeder sie haben sollte. Sie ist gefühlt immer gut gelaunt und genießt das Leben genau so, wie es eben kommt. Sie kümmert sich um die Leute, die ihr wichtig sind und lässt diese auch in den dunkelsten Momenten nicht allein. Kicki war an dieser Geschichte für mich etwas ganz Besonderes und ich habe mich für Franzi gefreut, dass sie eine solche Freundin an ihrer Seite hat.

„Diese positive Ausstrahlung gehört zu Kicki,

macht sie einzigartig und unglaublich liebenswürdig.“

Und kommen wir zu Jan – ein toller Mensch, der plötzlich in Franzi’s Leben tritt. Ich kann auch nach Beenden des Buches noch nicht verstehen, dass er so an Franzi festgehalten hat und sich nicht einfach umdrehte und weggegangen ist. Franzi hat sich ihm gegenüber anfangs…scheußlich benommen, anders kann man es nicht ausdrücken, aber Jan ließ sich davon nicht irritieren und hielt an ihr fest. Was mich einfach glücklich machte, denn durch ihn wurde Franzi ein Charakter, der mir sehr ans Herz gewachsen ist.

Neben diesen tollen Charakteren besticht das Buch noch mit einer Storyline, die von Beginn an spannend erzählt ist und nie langweilig wurde. Es gab kleinere Punkte, die für mich nicht ganz nachvollziehbar waren, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch und ich konnte sie dennoch genießen. Ich hatte wahnsinnig tolle Lesestunden mit „Auf sieben Beinen“ und wollte von Hansi & Co. einfach nicht Abschied nehmen, denn dieser kleine Vierbeiner ist einfach das Highlight der Geschichte und hat mich nicht nur einmal zum Schmunzeln gebracht. Große Leseempfehlung für Franzi’s Geschichte. 

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