Rezensionen

„Das Ende der siebten Ära – Schwarzes Blut“ von Louisa S. Reinwarth

Ihr Lieben,

es gibt Bücher, die klingen beim Durchlesen des Klappentextes toll. Die Neugierde wird geweckt und man möchte unbedingt wissen, wohin uns diese Geschichte entführen wird. Auch mit „Das Ende der siebten Ära“ ging es mir so. Unter normalen Umständen wäre ich eventuell nicht wirklich auf das Buch aufmerksam geworden, allerdings wurde ich auf Lovelybooks von der Autorin angeschrieben und auf die Leserunde aufmerksam gemacht. Da der beschriebene Inhalt mich direkt angesprochen hat, habe ich auch nicht lang überlegt und mich beworben. Doch leider hören sich die Geschichten oft nur toll an und werden dann mangelhaft umgesetzt.

Die Idee, das Setting – es war eigentlich perfekt, um eine grandiose Fantasy-Story zu werden, doch gleich zu Beginn hatte ich das Problem, dass man unglaublich vielen Namen begegnet und ich habe es lange nicht geschafft, mir diese auch zu merken. Habe ich einen Namen gelesen, konnte ich in etwa sagen, wo er wohl hingehört, jedoch hätte ich aus dem Stehgreif keine Namen nennen können, die in diesem Buch eine Rolle spielen. Es war gleich zu Beginn alles sehr verworren und ich habe nicht gut in die Geschichte rein gefunden. 

Dazu beigetragen hat wohl auch, dass man von Anfang an in dem Geschehen steckte, was ich an sich eigentlich gut finde, jedoch alle Handlungen schlag auf schlag kommen und man keinen Moment hat, um mal kurz inne zu halten und das Geschehen auf sich wirken zu lassen. Man konnte kaum glauben, was da auf einmal alles geschieht und bekam keine Zeit dies zu verarbeiten – kaum war etwas vorbei, ging es auch schon weiter. 

Ca ab der Mitte des Buches wurde es dann deutlich besser. Wir näherten uns der Schlacht und ich dachte, dass die Autorin endlich das Gefühl dafür bekommen hat, wie man die Dinge gut beschreibt, ohne dass es zu viel oder zu wenig auf einmal war – ich dachte, es könnte evtl sogar doch noch ein 4 Sterne Buch werden und war voller Hoffnung. Die Schlacht und alles was drum herum passierte waren wundervoll beschrieben und es machte Spaß dies zu verfolgen. 

Jedoch war diese Freude nicht von langer Dauer, denn gleich nach dem Kampf fing die Geschichte plötzlich an sich zu ziehen. Mein Reader zeigte mit noch über 30% Lesezeit an und ich dachte immer „Mensch, was wird wohl noch passieren“ – doch es kam nichts. Es gab Andeutungen, die sich dann wieder verlaufen haben, aber interessant sein könnten – ob diese in Band 2 wieder aufgegriffen werden? Die Freude über die Schlacht, das Verabschieden aus dem Lager und der Heimweg wurden einfach zu ausführlich beschrieben als dass sie hätten spannend sein können und so fing ich an – so leid es mir tut – die Handlung nur noch zu überfliegen, denn ich fand es ehrlich gesagt dann nur noch langweilig.

Neben dem falschen Einteilen des Geschehens auf die Länge des Buches gab es auch einige Logikfehler, die für mich nicht nachvollziehbar waren und ich während der Leserunde auch schon angesprochen hatte. So hieß es z.B. ab dem Beschließen des Angriffs bis zur Schlacht selbst sollen nur 1 Monat vergehen – wie können sich dann die Protagonisten in dieser Zeit über 1 Monat in einem Gebiet aufhalten, zu welchem sie mehrere Tage zurücklegen um diesen Ort zu erreichen? Warum lässt man die Soldaten, nachdem sie scheinbar einen langen Weg auf sich genommen haben, um die Königin im Kampf zu unterstützen, kurz vor dem Angriff Turniere ausfechten, anstatt ihre Kräfte zu schonen? Dies sind ein Teil der Punkte, die ich leider nicht nachvollziehen kann, was einfach besser hätte umgesetzt werden müssen.

Und mein letztes Problem mit dem Buch waren leider die Charaktere selbst. Während Alarya einen netten Start hingelegt hat, wurde sie mir im Laufe des Buches immer unsympatischer. Sie maulte rum, dass sie ja eh nicht helfen könne, versuchte aber auch nicht dies zu ändern. Sie wurde als DIE große Königin gesehen, ich frage mich allerdings wofür?

Dagegen konnte ich Anfangs mit Ileya nicht viel Anfangen, da sie mir zu naiv und verspielt war für eine Königin, allerdings übernahm sie Verantwortung, als das von ihr erwartet wurde und gewann durch ihr Handeln bei mir immer mehr an Sympatie.

Alles in allem…weiß ich nicht, ob ich auch Band 2 lesen werde, tendiere allerdings eher zu nein. Die Idee hat mir wirklich gut gefallen, da kann man nicht meckern und gerade die Drachen fand ich toll. Wäre das gesamte Buch auf dem Niveau des Mittelteils geschrieben worden, dann hätte ich wahrscheinlich sogar die 4 Sterne vergeben, allerdings hat es zu viele Punkte, die leider negativ aufgefallen sind, weswegen ich es einfach nicht besser bewerten kann.

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