Rezensionen

„Die Spiegelreisende 1 : Die Verlobten des Winters“ von Christelle Dabos

Ihr Lieben,

wenn man lange um ein Buch herum schleicht, sich nicht sicher ist, ob man es wirklich kaufen soll oder nicht und durch viele positive Meinungen die Erwartungen an ein Buch extrem hoch sind, hat solch ein Buch es leider auch sehr schwer dann wirklich Gefallen zu finden. Vor allem wenn man sich in ein Cover verliebt, dieses unbedingt im Regal stehen haben möchte, aber einfach nicht sicher ist, es tatsächlich zu kaufen. Mir ging es mit „Die Spiegelreisende“ so – ich wollte diese Geschichte unbedingt lesen und wie oft hatte ich es im Buchladen in der Hand, entschied mich dann aber doch dagegen. Ich habe es dann in einem Buddyread mit einer Freundin begonnen und ich denke, dass wir beide gleich hohe Erwartungen hatten – zumindest hatten wir während des Lesens durchweg die gleiche Meinung.

Man kann nicht sagen, dass dieses Buch ein schlechtes Buch wäre. Das Konzept ist gut durchdacht. Die Welt, vor allem mit den Geheimnissen der Himmelsburg, hat mir sehr gefallen und die Idee hinter der Geschichte war einfach wundervoll. Auch die Charaktere waren authentisch und jeder blieb seiner beschriebenen Rolle treu. Einzig der Verlauf der Geschichte sagte mir nicht zu – und damit meine ich nicht die Geschehnisse innerhalb der Story, denn diese waren (großteils) super. Mich hat der Punkt sehr gestört, dass es eine ganze Weile dauerte, bis man in die Story hinein gefunden hat und anschließend, dass man leider auf spannende Momente warten musste. Einige Passagen zogen sich leider sehr, wofür die spannenden Szenen urplötzlich kamen und genauso schnell wieder vorbei waren – welche definitiv länger hätten sein können. Wären die Längen der Szenen besser angepasst gewesen, hätte es ein grandioses Buch werden können. Vor allem das Ende hätte ich mir etwas anders gewünscht, dass Ophelia mehr für sich einsteht und einen anderen, kurz angedeuteten Weg gegangen wäre.

Die Charaktere waren dafür umso beeindruckender und teilweise auch sehr undurchschaubar. Ophelia ist eine Leserin – durch das Auflegen ihrer Hände auf einen Gegenstand erfährt sie dessen Geschichte, in welchen Händen dieser schon gelegen hat und welche Schicksale mit ihm verbunden sind. Sie ist bei weitem keine Schönheit, versteckt sich hinter ihrem lebendigen Schal (was ich sehr witzig fand) und kümmert sich generell nicht um ihr Äußeres, denn anders als ihre Familie hat Ophelia nicht den Wunsch zu heiraten und die Familienreihe weiter zu führen. Während ich bei Ophelia selbst immer Professor Trelawney aus Harry Potter im Kopf hatte, stach Thorn mit einer Kälte hervor, die den Leser immer wieder schaudern lies – doch auch er hatte seine scheinbar „emotionalen“ Momente, wo ein leichte Besorgnis durchblickte und er sich für Ophelia stark machte. Dennoch behandelte er Ophelia gefühlt durchweg von oben herab, als wäre er ihr Vater und nicht ihr Verlobter und interessierte sich scheinbar kaum für ihre Belange. Durchweg wusste man zu kaum einem Zeitpunkt, wem Ophelia dort wirklich trauen konnte und wer nur an sein eigenes Wohl dachte. Jeder Charakter hatte seine Beweggründe für sein Handeln, welche im Laufe der Geschichte erklärt wurden, dennoch baute sich ein Funken „Hass“ gegenüber einigen Personen auf, der nicht leicht zu widerlegen war. Alle dort sind getrieben von Machtgier, Intrigen und dem eigenen Wohl – um andere wird sich selten gekümmert. 

Auch wenn uns das Buch nicht so gefallen hat, wie wir es erhofft hatten, wollen wir die Reihe weiter lesen und der Geschichte somit eine weitere Chance geben, denn das Buch hat sich toll lesen lassen und man kam durch den flüssigen Schreibstil gut voran. Ich bin nun sehr gespannt, wie die Geschichte um Ophelia und Thorn weiter gehen wird.

2 Kommentare

    • Tini's Bücherwelt und mehr

      Ich gebe die Hoffnung nicht auf, da ich schon von einigen Seiten gehört habe, dass es wohl besser werden soll 🙂

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