Rezensionen

Kurzthriller – und warum sie nichts für mich sind

 

Ihr Lieben,

ich weiß, dass eine Menge Leute Kurzgeschichten und Ähnliches sehr gerne lesen – ich musste nur wieder feststellen, dass solche Bücher einfach nicht mein Fall sind, auch wenn die Grundidee oft stimmt. Ich wollte es hier gerne noch einmal versuchen, weil mich einerseits die Klappentexte der einzelnen Bücher schon sehr angesprochen haben, andererseits tolle Autoren daran beteiligt waren und ich neugierig darauf war, wie z.B. ein Dr. Tsokos seine grandiosen Ideen auf wenigen Seiten präsentieren möchte. Ich kann nicht sagen, dass ich die Bücher mochte, aber genauso wenig kann ich sagen, dass sie „schlecht“ gewesen seien. Hier ist es meiner Meinung nach wirklich davon abhängig, ob man grundsätzlich was mit Kurzgeschichten/Kurzthrillern anfangen kann oder nicht. 

 

„Revenge : Du bist niemals sicher“ von Lisa Jackson

Klappentext: Ein eisiges Versteck in den Bergen. Eine mörderische Jagd. Mit »Revenge – Du bist niemals sicher« hat die amerikanische Bestseller-Autorin Lisa Jackson einen nervenzerfetzenden Kurz-Thriller geschrieben, der genau das Richtige für ein schnelles, atemloses Lesevergnügen ist. Als Kinder erleben Lucy und ihre Geschwister, wie ihre Mutter beinahe ermordet wird. Lucys Aussage bringt den damaligen Geliebten der Mutter, Ray, hinter Gitter – doch er beschuldigt Lucy, die wahre Mörderin zu sein. Jahre später kommt Ray frei. Lucy weiß, dass er hinter ihr her ist, und sucht Zuflucht in einer Blockhütte in den verschneiten Bergen Oregons. Aber sie ahnt, dass sie nicht länger davonlaufen kann. Nicht vor ihm – und nicht vor den grausamen Ereignissen jener Nacht, an die sie sich erst jetzt nach und nach erinnern kann …

 

Dieses Buch war das erste der drei Kurzthriller, welches ich gelesen habe. Da ich schon viel Positives über Lisa Jackson gehört habe, war ich sehr neugierig darauf, was sie hier wohl geschrieben hat. Den Schreibstil selbst mochte ich ganz gern, er ließ sich flüssig lesen und ich kam auch gut durch die Seiten.

Hier war es tatsächlich die Handlung selbst, die mich nicht wirklich begeistert hat. Ich habe mehr Spannung, mehr Action erwartet, aber gefühlt ist für mich nicht so sehr viel passiert. Es gab immer wieder Rückblenden in die Kindheit von Lucy, aber auch diese waren für mich nicht so ansprechend, wie ich es mir gewünscht hätte. Das Geschehen in der Gegenwart fand ich persönlich leider eher langweilig und nach der Auflösung des Ganzen nicht wirklich nachvollziehbar. Aus der Idee selbst hätte man hier mehr machen können, aber für meinen Geschmack passierte einfach zu wenig.

 

„Kaltes Land“ von Michael Tsokos

Klappentext: Berlin, Treptowers, BKA-Einheit „Extremdelikte“: Ein Anruf reißt Rechtsmedizinerin Sabine Yao jäh aus ihrem Arbeitsalltag im Sektionssaal. Ihre seit Tagen verschollene Tante wurde im Umland von Kiel tot aufgefunden. Die Kollegen in der Kieler Rechtsmedizin, darunter auch Yaos ehemaliger Lebenspartner, gehen von einem unnatürlichen Tod aus. Yaos Chef, Professor Paul Herzfeld, führt einige Telefonate mit der Kieler Staatsanwaltschaft, um ihr sehr unbürokratisch Akteneinsicht in den Todesfall zu gewähren. Noch am selben Abend reist die Berliner Rechtsmedizinerin zu ihrer Familie nach Kiel. Ausgerechnet ihre introvertierte, allein lebende Tante Johanna soll ermordet worden sein? Und während Yao erkennt, wie wenig sie doch von ihrer Tante wusste, schließt sich um sie ein Kreis gnadenloser Gewalt…

 

Diesen Kurzthriller fand ich schon um einiges besser. Er konnte mich durchweg unterhalten und auch die Handlung war spannend und nachvollziehbar. Hier kann ich eigentlich nur bemängeln, dass es ein Kurzthriller war – denn ich hätte mir noch mehr von der Geschichte gewünscht und war etwas traurig, als sie zu Ende war.

Wie man es von Tsokos Büchern kennt, ist der Schreibstil wieder komplett einnehmend und dynamisch geschrieben. Man beginnt direkt mitten im Geschehen und zu keinem Punkt ließ dies nach. Für mich war auch die Handlung nicht vorhersehbar, sodass mich das Buch durchweg gut unterhalten konnte.

 

„Der Fleischer“ von Daniel Holbe

Klappentext: Carlo Zingka, ein Profiler aus Berlin, wird in seine Heimatstadt versetzt, weil sich dort ein Serienmörder herumtreibt. Immer wieder redet man hinter vorgehaltener Hand über Kannibalismus, und immer wieder tauchen Leichenteile auf, die diesen Verdacht bestätigen. Noch hält die Polizei aber den Deckel drauf. Doch immer wieder verschwinden Menschen, spurlos, und das seit über 20 Jahren. Ist es tatsächlich derselbe Mörder, der da sein Unwesen treibt? Ist es jemand, der die nahe gelegene Fleischfabrik für sein Unwesen missbraucht? Und warum findet man gehäutete Körperteile, an denen das Fleisch aber noch erhalten ist? Den Ermittlern kommt ein grauenhafter Verdacht…

 

„Der Fleischer“ war für mich der Schwächste dieser drei Kurzthriller. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich zu keiner Zeit wirklich wusste, worum es nun eigentlich geht und wer wohin gehört. Für eine so kurze Geschichte waren es einfach zu viele verschiedene Namen, die ich nicht geschafft habe zuzuordnen. Die Handlung war für meinen Geschmack nicht nachvollziehbar und auch der Schreibstil konnte mich nicht mitreißen, dabei hatte ich mich auf dieses Buch am meisten gefreut, da es sehr spannend geklungen hat. 

 

 

Mehr kann ich zu diesen Büchern auch gar nicht sagen, da ich sonst zu viel aus der Handlung verraten würde und das bei solch kurzen Büchern nicht gerade von Vorteil wäre. Alles in allem kann ich abschließend sagen, dass ich wohl nicht für Kurzthriller gemacht bin. Ich habe oft das Gefühl gehabt, dass die Geschichten sich nicht richtig entfalten konnten aufgrund der Kürze der Bücher und dadurch viel an Spannung einbüßen musste. Bei Tsokos Buch könnte ich mir vorstellen, wäre es ein „normales“ Buch mit knapp 400 Seite geworden, hätte es für mich sogar Highlight-Potential gehabt. Aber so kann ich nur sagen, dass die Bücher für Zwischendurch ganz nett sind, aber ich doch lieber ein paar mehr Seiten für eine Geschichte zu lesen habe.

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