Rezensionen

„Meine beste Freundin“ von Sarah Alderson

Ihr Lieben,

zwischendurch lese ich gern mal einen guten Thriller, doch die letzten, die ich gelesen hatte, konnten mich alle nicht überzeugen, da mir einfach an der Spannung etwas gefehlt hat – bis jetzt. Mit „Meine beste Freundin“ hat Sarah Alderson in meinen Augen ein Meisterwerk geschaffen, welches ich kaum aus der Hand legen konnte. Die Spannung wurde während des gesamten Buches aufrecht erhalten und hat in keinem Moment nachgelassen. Von Beginn an wusste man, worum es geht, die Handlung startete sofort ohne Einleitung ins Geschehen und so befand man sich gleich auf den ersten Seiten in einem Kampf um Leben und Tod – nichtsahnend, um wen es sich dabei handelte. 

Das Buch ist gegliedert in vier Teile, die immer eine Wendung mit sich bringen und der Leser daher nicht weiß, wem man eigentlich trauen kann. Im Fokus stehen immer Becca und Lizzie, welche sich aus früheren Zeiten von der Arbeit her kennen und deren Beziehung von Neid und Missgunst geplagt ist. Die Geschichte wird immer aus Sicht der Beiden im Wechsel erzählt, sodass man einen guten Einblick in deren Gedanken erhält und einiges denkt voraus zu ahnen, um dann später eines Besseren belehrt zu werden. Immer wieder dreht sich die Handlung, immer wieder meint man zu wissen, wie es wohl ausgeht und immer wieder hat man sich beim Lesen getäuscht.

Gleich zu Beginn erfahren wir aus Lizzies Sicht, was für eine Art Mensch Becca ist: schlank, blond, scheinbar beliebt. Sie macht sich viel aus den Meinungen anderer, posiert auf Fotos mit Hunderten von Hashtags, die sie auf Facebook und Co präsentieren muss, um zu zeigen, wie toll ihr Leben ist und was für einen grandiosen „tollsten“ Freund sie doch hat – im Gegensatz zu scheinbar allen anderen. Doch nach einem Unfall verschwindet Becca aus dem Leben von Lizzie und ihren Kollegen. Bis Lizzie durch Tinder auf Beccas Exfreund trifft und natürlich neugierig wird, was aus ihrer einstigen Kollegin wohl geworden ist. Durch einen blöden Zufall bekommt Becca eine unerfreuliche Nachricht und die Handlung nimmt ihren Lauf.

Immer wieder gibt es Kapitel, in welchen wir Lizzie in einem Verhör erblicken und Eindrücke über das Geschehene gewinnen. Umso weiter das Buch voran geht, umso mehr erfahren wir, was scheinbar wirklich passiert ist und dennoch schwankt unser Mitgefühl und unsere Vermutung darüber. Eine Wendung folgt der nächsten und man ahnt nicht, was noch so alles passieren wird.

Ich liebe Bücher, bei welchen man das Ende eigentlich schon kennt und dennoch das Buch über nicht weiß, was alles passieren wird. Mich hat „Meine beste Freundin“ sehr überrascht und ich habe nicht mit einem solchen Buch gerechnet. Es hat mich förmlich in den Bann gezogen und nicht mehr losgelassen, sodass ich die halbe Nacht durchlesen musste, trotzdem am kommenden Morgen früh der Wecker klingelt. Es war ein Thriller, wie ich ihn mir gewünscht habe, denn er konnte mich wirklich überraschen.

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