Rezensionen

„Rose – Humiliated“ von Lima Strysa

Ihr Lieben,

Dark Romance ist nicht unbedingt das Genre, was ich bevorzugt lese, dennoch war ich unglaublich neugierig auf „Rose“, nachdem seitens des Verlages so viel Werbung darum gemacht wurde. Es wurde bezeichnet als zerstörend und nichts für schwache Nerven, als etwas gänzlich Neues und so hatte ich auch ein wenig Angst davor es zu lesen, weshalb ich froh war es mit einer Freundin im Buddyread lesen zu können.

Als wir begannen war ich anfangs noch sehr verwirrt, aber das klärte sich dann doch alles schnell auf. Das Buch ist definitiv anders geschrieben, denn auch wenn wir es aus der Sicht von Rose und Vicco lesen, ist es, als würden sie sich das alles gegenseitig erzählen. Diese etwas andere Erzählform hat mir doch gut gefallen, wenn es auch durch viele Wiederholungen seitens Rose irgendwann anstrengend wurde. Dennoch sticht die Geschichte allein dadurch heraus.

Rose und Vicco sind ein Paar der etwas anderen Art. Sie, 18-Jahre jung, unschuldig, naiv und glaubt an das Gute in Vicco. Er, etwas älter als Rose, Boss einer großen Drogenhandelsgruppe und durch und durch Schlägertyp. Nur in Rose‘ Gegenwart ist er ein anderer, denn sie wird zum Mittelpunkt seines Lebens. Was klingt wie der Beginn eines Märchens ist in Wahrheit aber das komplette Gegenteil, wenn Rose muss dennoch durch schmerzhafte Momente das Gute mit Vicco erleben, aber das macht ihr nichts aus. Dass das nur der Anfang ihrer eigenen Horrorgeschichte ist wird ihr leider erst sehr viel später klar, als sie von unzähligen Männern immer wieder auf brutalste Weise missbraucht wird und dabei Stück für Stück sich selbst verliert, dabei in Gedanken aber immer wieder bei Vicco ist und an ihm festhält. Sie gibt ihm die Schuld an allem, was passiert, aber hofft weiterhin, dass er sie aus dieser Lage befreien wird.

Man merkt beim Lesen immer wieder, wie jung Rose ist, wie unerfahren und naiv, denn die meisten anderen Menschen würden in ihrer Situation nicht an der Person festhalten, die sie dafür verantwortlich machen. Rose macht in dem Buch leider keine wirkliche Entwicklung durch, außer dass sie sich selbst immer weiter aufgibt, was ich recht schade fand. Sie schwankt in ihrer Entscheidung immer wieder und das wirkte leider so, als würde man die Geschichte dadurch in die Länge ziehen wollen. Es fehlt dem Buch leider an einer richtigen Handlung, da es auf allen knapp 200 Seiten fast das Gleiche ist, was passiert – hier hätte ich mir etwas mehr Dynamik gewünscht, die die Story voran bringt.

Ich möchte in keinster Weise verschönern was Rose passiert, denn es ist schrecklich und es würde wohl so ziemlich jeden zerstören, der in ihrer Lage ist. Aber – und das ist es, was mich so enttäuscht hat nach dieser Werbung für das Buch – es ist auch leider nichts Neues. Im Bereich Dark Romance habe ich nicht viel gelesen, ich kann es wohl an einer Hand abzählen, aber in diesen Paar Büchern sind mir ähnliche und auch noch schlimmere Schicksale begegnet als das von Rose, wodurch es mich zwar auf eine Weise schockierte, aber es fesselte mich leider gar nicht.

Lima Strysa hat einen tollen Schreibstil, durch welchen man nur so durch die Seiten fliegt, aber es war leider nicht meine Geschichte, weswegen ich denke, dass ich die Reihe nicht weiter verfolgen werde.

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