Rezensionen

“Die 7. Zeugin” von Florian Schwiecker und Michael Tsokos

Ihr Lieben,

wenn ich lesetechnisch in die Richtung Krimi oder Thriller gehe, bevorzuge ich Thriller, da mir Krimis meist zu seicht sind und mir zu wenig passiert. Bücher über die Aufdeckung der Fälle interessieren mich meist weniger als die Täter tatsächlich bei ihren Verbrechen zu begleiten und doch kam ich an dem neuesten Justiz-Krimi von Schwiecker und Tsokos nicht vorbei, da ich sehr viele positive Meinungen zum Buch gehört habe – also blieb mir nichts anderes übrig, als mich selbst überzeugen zu lassen und ja, es hat definitiv geklappt.

Wie jeden Sonntag fährt Nikolas Nölting mit dem Fahrrad los, um beim Bäcker Brötchen für das Frühstück zu holen. Doch diesmal ist es anders, denn scheinbar grundlos schießt er in der Bäckerei um sich herum, wobei ein Mann tödlich verletzt wird. Strafverteidiger Rocco Eberhardt nimmt sich dem Fall an, der so aussichtslos erscheint, dass keiner versteht, warum er das tut. Doch er merkt, dass mehr hinter dieser Sache steckt und geht allen Hinweisen nach…

Habe ich mich bisher immer nicht so wirklich an Krimis rangetraut, konnte dieser hier meine Meinung wirklich ändern, denn er war von vorn bis hinten einfach spannend und ich konnte das Buch kaum zur Seite legen. Dass die Kapitel sehr kurz gehalten waren, sorgte dafür, dass ich immer wieder dachte “Ach, ein Kapitel geht noch”, obwohl ich eigentlich andere Dinge hätte tun müssen oder mir die Augen vor Müdigkeit schon fast zugefallen sind. Auch stilistisch konnte mich das Buch überzeugen, denn von Kapitel zu Kapitel wird der Schauplatz geändert, manchmal die Zeit, wir begegnen anderen Charakteren oder befinden uns in Situationen, die immer weiter neugierig machen, was denn tatsächlich geschehen ist bzw. aus welchem Grund – denn dass Nikolas Nölting um sich geschossen hat, das stand zu keiner Zeit zur Frage.

Ob ich es geschafft habe, eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen? Die Frage kann ich nicht so wirklich beantworten. Zum Angeklagten wird es Jedem schwer fallen, da er selbst kaum etwas sagt – obwohl er der Mittelpunkt dieser Geschichte ist. Der Oberstaatsanwalt ging mir sehr auf den Nerv, da er sich immer wieder hinstellte und sich zu sicher fühlte, als würde er den Fall schon gewonnen haben. Einzig Eberhardt – unser Strafverteidiger – und Justus Jarmer – der Rechtsmediziner – waren mir auf ihre Art sympathisch. Was natürlich nicht schlecht ist, da sie in den Folgebänden ja auch immer wieder Gegenstand der Handlungen sind.

Ich kann nicht sagen, ob dieser Krimi die Leser_innen überzeugt, die sehr viel mehr in diesem Genre lesen als ich, aber für mich war es definitiv ein Lesegenuss. Ich fand die Story spannend, die Charaktere authentisch und den Schreibstil angenehm flüssig zu lesen und freue mich daher jetzt schon sehr auf den zweiten Fall von Eberhardt und Jarmer.

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