Rezensionen

„Rowan & Ash“ von Christian Handel

Ihr Lieben,

so schnell wie „Rowan & Ash“ von Christian Handel habe ich lange kein Buch mehr durchgelesen. Gerade erst begonnen, habe ich es am Folgetag schon beendet – ich konnte es einfach nicht weglegen und wäre ich nicht so müde gewesen, hätte ich es wohl an einem Tag durchgelesen. Ich kann gar nicht sagen, was genau mich an der Geschichte so sehr begeistert hat, dass alles andere daneben unwichtig wurde, jedoch war es eine Geschichte, in welcher ich mich durchweg wohlgefühlt habe. Ich musste einfach wissen wie sie ausgehen wird und wollte doch nicht, dass sie endet – kennt ihr das? Manche Geschichten überzeugen uns Leser einfach so schnell, dass wir uns dort gar nicht mehr wegbewegen und ewig in ihnen weilen wollen – oder nicht? 

„Rowan & Ash“ – zwei junge Männer, die sich zufällig begegnet sind und sofort eine Verbindung spürten. Doch ist dies in ihrer Welt nicht gern gesehen und Rowan schon lange der Kronprinzessin Alyss versprochen. Er versucht seine Gefühle für den Prinzen zu verleumden, aber das ist schwieriger als gedacht. Außerdem tobt noch die Gefahr des Hexenbrandes – einer Seuche, die sich nach und nach immer weiter verbreitet und die Betroffenen zum Tode verurteilt. Mit seinem Vater, dem König und einigen anderen Beratern versucht Rowan auch dafür eine Lösung zu finden.

Ich möchte nicht zu sehr auf den Inhalt eingehen, denn es würde zu viel der Story verraten. Nur so viel –> mich konnte die Geschichte durchweg überzeugen. Es ist vielleicht nicht durchweg viel Handlung, aber dafür ganz viel Gefühl, was bei mir als Leser auch angekommen ist. Diese Geschichte fängt ruhig an und baut sich während des Lesens immer weiter auf, die Spannung nimmt immer weiter zu und keine Stelle wäre die Richtige, um eine Pause zum Lesen einzufügen – „Just one more Chapter“ wäre hier wohl das richtige Zitat, denn man möchte immer wissen wie es weiter ging – jedenfalls habe ich es beim Lesen so empfunden 😉

Das Buch ist aus der Sicht von Rowan geschrieben, weswegen wir viele seine Gedanken und Empfindungen mitbekommen. Wir erleben immer wieder, wie unsicher er sich seiner Gefühle ist und wie sehr er sich um die Menschen, die ihm wichtig sind, sorgt, denn er möchte es gern allen recht machen und weiß, welche Verantwortung er seiner Familie gegenüber trägt. Diese innere Zerrissenheit hat mir immer wieder Tränen in die Augen getrieben und ließ mich einfach nicht los, denn auch wenn ich seine Situation nicht nachvollziehen kann, konnte sie mich sehr bewegen und ich hatte öfter den Gedanken ihm einfach zu sagen „Rowan, lass deine Gefühle zu, es wird alles gut“. Er ist ein unglaublich sympatischer und vor allem auch authentischer Charakter, alle seine Entscheidungen sind nachvollziehbar. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht seine Entwicklung im Buch zu verfolgen, denn er ist definitiv an sich und seinen Problemen gewachsen – ob er sich das nun selbst zugetraut hat oder nicht. 

Während man bei Rowan immer das Gefühl bekam, dass er eher schüchtern und zurückhaltend ist, wirkte Ash offen und immer so, als würde er Rowan aus seinem „Schneckenhaus“ holen, ihn triezen wollen. Er war so ganz anders als Rowan, aber doch auch sympatisch und liebenswert – denn darum ging es ihm, er wollte geliebt werden und dies auch allen zeigen. Seine Entscheidungen wirkten manchmal wie Taten der Verzweiflung, aber auch das konnte ich nachvollziehen und verstehen, denn ich stelle mir seine Situation ebenso nicht leicht vor.

Christian Handel hat mit „Rowan & Ash“ wieder eine Geschichte geschaffen, die mir noch lange im Kopf bleiben wird. Eine queere Geschichte, die es auch schwulen Männern möglich macht ein Held zu sein und der Welt die Augen wieder ein Stück weit öffnet. 

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