Rezensionen

„Becoming Michelle Obama – Erzählt für die nächste Generation“

Ihr Lieben,

Biografien lese ich normalerweise eher gar nicht, aber an „Becoming Michelle Obama“ kam ich jetzt einfach nicht mehr dran vorbei. Michelle Obama ist für mich schon jahrelang eine faszinierende Frau gewesen – nach diesem Buch hat sich das Empfinden nur noch verstärkt. Sie ist nicht nur eine ehemalige First Lady, sie ist ein Vorbild für viele Menschen auf der Welt und das aus gutem Grund. Warum? – das werde ich im Laufe meiner Beurteilung beschreiben anhand von Beispielen aus dem Geschriebenen.

Das Buch ist in 3 Teile aufgeteilt – ihrer Kindheit, dem Erwachsen werden und ihre Jahre als First Lady. Immer wieder entdeckt man Fotos aus den verschiedenen Zeiten und man merkt – je weiter das Buch voranschreitet, desto näher fühlt man sich dieser einzigartigen Frau. Ich kann kaum in Worte fassen, wie gut erzählt ich das Leben von Michelle Robinson Obama fand – von klein auf bis zu der Frau, die sie heute ist.

Schon im Prolog hatte ich beim Lesen die erste Gänsehaut, denn für „normale“ Menschen wie uns ist es wohl kaum vorstellbar, dass es für sie ein ungewöhnliches Gefühl war, sich allein einen Teller aus dem Schrank in der Küche zu nehmen. Niemanden mehr fragen zu müssen, ob man das Haus verlassen darf. Sich in seinem eigenen Haus zu bewegen, ohne dass hinter jeder Ecke jemand des Secret Service auf sie achtet. Allein diese ersten Worte des Buches zeigten mir, wie sehr einen das Leben im Weißen Haus – der wohl berühmtesten Adresse der Welt – zu jemanden werden lässt, dem normale Dinge im Alltag weggerissen werden.

Schon Michelles Kindheit war geprägt durch ihren eigenen Ehrgeiz – sie hatte von klein auf große Ansprüche an sich selbst. Normal, Standard – das war ihr nie genug. Sie wollte etwas bewirken und sie wollte, dass die Leute sehen, was sie vorantreibt. Sie stellte sich sämtlichen Anforderungen und kein Hindernis war ihr zu groß – und diese Eigenschaft zog sich durch ihr gesamtes Leben. Als studierte Anwältin kam ihr auch das irgendwann nicht mehr „genug“ vor – sie wollte mehr erreichen, mehr in der Welt bewegen und so viele Menschen wie möglich auf die Missstände dieser Welt aufmerksam machen. Sie wechselte ihre Jobs, wenn sie woanders eine Chance sah mehr zu erreichen und machte nirgends Abstriche. Sie gab immer Vollgas und auch später – als Frau des Präsidenten der Vereinigten Staaten – wollte sie keine „First Lady“ sein, die nur hübsch anzusehen ist, aber nichts bewirkt.

So wenig sie selbst von der Politik hält – da nahm sie kein Blatt vor den Mund – es war bewundernswert zu sehen, wie sehr sie dennoch Barack Obama auf seinem Weg zum Präsidenten unterstützte und ihm den Rücken deckte. Sie steckte in dieser Zeit immer wieder zurück und doch war sie stolz auf das, was ihr Mann erreicht hat und noch erreichen wird. Zusammen wollten Sie das Land stärken, sich für die einsetzen, die es selbst nicht können.

So nutzte sie ihre Position, um ihrem Land zu helfen. Um Aufmerksam zu machen auf Rassismus, die zu ungesunde Ernährung von Kindern durch das Schulessen und damit verbundenes Übergewicht schon in jungen Jahren – und weiteren wichtigen Themen, die zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Sie hielt Reden in Schulen etc., um vor allem Mädchen – schwarze Mädchen – dazu zu bewegen, an sich selbst zu glauben und für das zu kämpfen, was sie erreichen wollen. Sich selbst nahm sie dabei gern als Beispiel, da sie in ärmlichen Verhältnissen in der South Side von Chicago aufgewachsen ist – einem Ort, der heute von Banden und Kriminalität beherrscht wird. 

Michelle Obama ist nicht nur eine engagierte und ehrgeizige Frau, sie ist auch eine fantastische Mutter, denn beim Lesen hat man gespürt, wie sehr sie ihre Kinder liebt und diese vor der Öffentlichkeit schützen möchte. Immer wieder betonte sie, dass das Wohl ihrer Kinder immer an erster Stelle steht und egal, wie kompliziert das Leben im Weißen Haus auch war, sie versuchte immer dafür zu sorgen, dass ihre Kinder Kinder sein können und deren Leben nicht von der Politik ihrer Eltern beherrscht werden.

Wie bereits gesagt, gleich zu Beginn des Buches hatte ich wahnsinnige Gänsehaut und das zog sich immer wieder durch das Buch, da Michelle sehr berührend schreibt und man beim Lesen immer mehr das Gefühl bekommt, sie zu kennen und eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Sie ist so ehrlich, wie sie nur sein kann. Sie steht zu ihren Fehlern und zu ihren Meinungen – ob die nun gehört werden wollen oder nicht. Sie steht für sich selbst ein und gibt anderen Mut – ich kann mich also nur wiederholen, wie bewundernswert ich diese Frau finde. 

Ich kann auch gar nicht sagen, wie viele Post Its ich in diesem Buch verwendet habe, um mir wichtige Stellen zu markieren – ich dachte, so könnte ich diese später noch einmal nachlesen. Aber das ganze Buch besteht aus so vielen wichtigen Situationen, die zwar Michelles Leben betreffen, aus denen aber wir Leser etwas lernen können. Alles wurde so gut erklärt, dass auch jüngere Leser ohne Probleme zu dieser Biografie greifen können – und das auch sollten. 

Von mir gibt es hier eine klare Leseempfehlung, denn ich bin einfach nur begeistert!

 

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