Rezensionen

„Wassermenschen: Die Halbgötter“ von Fira Muydinov

Ihr Lieben,

manchmal liest man ein Buch, bei welchem man die Geschichte mag. Man findet auch den Protagonisten sympatisch, aber dennoch ist noch nicht so ganz der Funke übergesprungen. So ging es mir mit „Die Wassermenschen“ von Fira Muydinov. Die Idee selbst fand ich toll und als Setting Malta zu nehmen war einfach perfekt, denn diese kleine Insel im Mittelmeer bekommt ja eher seltener mal die Aufmerksamkeit in Büchern. Dennoch gab es ein paar Punkte, die mich leider nicht gänzlich überzeugen konnten, weswegen es aber keinesfalls ein schlechtes Buch ist, denn ich hatte tolle Lesestunden mit Lucas Geschichte und bin schon neugierig darauf, wie es im zweiten Band wohl weitergehen wird.

Luca hat eigentlich ein schönes Leben in New York, doch plötzlich stirbt sein Opa und er fängt an zu zweifeln. Er trennt sich von seiner verrückten Freundin und nimmt sich eine Auszeit auf Malta, um herauszufinden, wer er wirklich ist und was er von seinem Leben erwartet. An seinem ersten Tag auf der Insel ertrinkt er beinahe und wird von einer unbekannten Schönen gerettet – Thea. Schneller als er es begreifen kann verliebt er sich in diese mysteriöse Frau, doch viele Hürden versperren den Beiden den Weg. Wird ihre Liebe siegen?

Wie bereits erwähnt, die Idee und den Verlauf der Geschichte finde ich wirklich gut, denn es ist definitiv mal etwas Neues. Luca war mir von der ersten Seite an sympatisch, auch wenn es manchmal etwas „peinlich“ wurde, wenn er auf Thea traf 😉 Aber alles in allem hat er sein Herz definitiv am rechten Fleck und man merkt, dass er wirklich nur Gutes beabsichtigt. Thea hingegen wirkte auf mich leider sehr kühl, was wahrscheinlich auch so beabsichtigt war, um die Unterschiede zwischen ihr und Luca zu verdeutlichen, aber dadurch konnte ich während des Lesens leider keine Bindung zu ihr aufbauen. Und durch genau diese Unterschiede war für mich leider nicht nachvollziehbar, wie die Beiden sich so sehr voneinander angezogen gefühlt haben können in der relativ kurzen Zeit – außer man geht davon aus, dass für Luca bei seinen Gefühlen auch Theas Aussehen ausschlaggebend war, was ich persönlich aber sehr schade finden würde. Vielleicht habe ich diese Verbindung der beiden Protagonisten auch nur nicht verstanden, woher sie so plötzlich kam – wer weiß das schon? Dennoch habe ich mich für Luca gefreut, denn nach seiner Exfreundin hat er definitiv jemand Besseren verdient gehabt.

Meine liebste Figur im Buch jedoch war Marta, die ältere Frau im Nachbarhaus, welche Luca schon sein Leben lang kennt und sich immer gut um ihn gekümmert hat – so auch jetzt nach dem Tod seines Opas. Sie wirkte wie ein kleines Ommchen, was irgendwie jeder kennen möchte. Sie spürte immer genau, wenn mit Luca etwas nicht stimmte und war für ihn da, was ich wirklich toll fand. Gerne im zweiten Band noch mehr von Marta 😉

Wie bereits erwähnt, „Wassermenschen“ war für mich eine schöne Geschichte mit kleinen Abzügen. Und neben Thea, welche mir wie gesagt ja nicht so ganz sympatisch war, war das leider das fehlende Gefühl im Buch. Ich habe Fira als einen sehr sympatischen und herzlichen Menschen kennengelernt, mit dem Herz am rechten Fleck, weshalb ich mir mehr Tiefe in diesem Buch erhofft hatte. Ich weiß, dass viele von dem Buch begeistert sind und das freut mich auch ungemein, nur kam für mich halt das, was mir bei Büchern immer wichtig ist, nicht bei mir an und das ist das Gefühl, die Tiefe, die Emotionen. Aber ich denke, dass das einfach wieder verdeutlicht, wie unterschiedlich die Geschmäcker und Empfindungen beim Lesen sind. Dennoch hat Fira einen tollen und auch humorvollen Schreibstil, weshalb man beim Lesen nur so durch die Seiten fliegt und ich dann ehrlich überrascht war, als plötzlich das kleine Wörtchen „Ende“ da stand.

„Wassermenschen“ hat viel viel Potential und ich bin neugierig auf den zweiten Band, wie es da wohl weitergehen wird. Es ist eine Geschichte, die ich gut zwischendurch lesen konnte und auch weiterempfehlen kann, wenn man eine lockere Geschichte braucht und das Lesen einfach genießen möchte. 

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