Rezensionen

“Die Republik” von Maxim Voland

Ihr Lieben,

habt ihr schon einmal ein Buch gelesen, bei welchem ihr von der Beschreibung eine ganz andere Geschichte im Kopf hattet als ihr dann tatsächlich bekommen habt? Mir ging es mit “Die Republik” von Maxim Voland leider so. Ich habe beim Klappentext an eine tolle Dystopie gedacht, aber leider nicht wirklich bekommen.

Eher bekam ich den Eindruck, dass die Geschichte “im tiefsten Osten” spielt, mit dem einzigen Unterschied zu damals, dass die Bevölkerung heute Technik zur Verfügung hat, die es damals nicht gab. Doch müsste sich ein Land nicht weiterentwickeln? Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass es noch immer die gleichen Begebenheiten wie vor 30 oder gar 40 Jahren wären, denn auch eine Regierung geht irgendwo mit der Zeit und man müsste an irgendeinem Punkt Unterschiede erkennen.

Ich bin kein Experte in Sachen Geschichte. Ich bin zwar selbst 1988 in der DDR geboren, aber war damals noch so klein, dass ich mich selbst natürlich nicht an irgendwas erinnern könnte und das Leben im Osten nur durch Erzählungen und Fotos meiner Familie kenne. Dennoch bemerkte ich beim Lesen einige Parallelen und dachte, dass das für mich einfach unrealistisch ist. Denn wenn ich allein mein Leben betrachte, hat sich auch im heutigen Deutschland in den letzten 30 Jahren so einiges verändert und genau eine solche Entwicklung hätte ich mir auch im Buch gewünscht.

Ehrlicherweise muss ich auch sagen, dass ich selbst nach beenden des Buches noch immer verwirrt über die Ausdehnung der DDR war. Ich hab es schlichtweg nicht in meinen Kopf bekommen, dass ganz Deutschland nun DDR sein soll und nur der Westen Berlins die damalige BRD darstellt. Wir befanden uns beim Lesen im Saarland und waren im “Osten”? So ging es mir immer wieder und ich musste mich mehrmals daran erinnern, dass die Situation im Buch eine andere war als wir sie aus Geschichtsbüchern kennen.

Leider wurde ich auch mit den Protagonisten nicht so recht warm. Sie waren zwar durchweg gut durchdacht und authentisch, aber so richtig wollte der Funke nicht überspringen. Am meisten “gefallen” hat mir Gustav – aber warum das so war, kann ich auch jetzt noch nicht sagen. Jeder Charakter hatte seine eigene Geschichte zu erzählen und so unterschiedlich diese auch waren, fand ich es interessant zu sehen, wie sie dennoch zusammenführten und gemeinsam ein Gesamtbild erschufen.

Ich denke, dass ich eher nicht zu Büchern greifen sollte, die geschichtslastig sind, da ich scheinbar doch nicht dafür gemacht bin, aber es war definitiv mal eine andere Leseerfahrung.

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