Rezensionen

„Neuschnee“ von Lucy Foley

Ihr Lieben,

als ich mein Rezensionsexemplar von „Neuschnee“ erhalten habe, war ich sehr glücklich darüber, da ich das Buch schon einige Male gesehen hatte und es viele gute Bewertungen bekam. Beim Lesen jedoch musste ich feststellen, dass ich etwas komplett Anderes erwartet habe, als die Geschichte dann schlussendlich hergab und ich wusste anfangs nicht, wie ich das beurteilen sollte. Für mich ist das Buch kein Thriller, da diese Seite einfach deutlich zu kurz kam. Nicht einmal als Krimi kann man das Buch wirklich betiteln, da auch dafür jegliche Spannung fehlte. Für mich war es ein Roman mit Drama-Elementen, mehr aber leider nicht. Es hat sich gut gelesen, aber es entsprach nicht den Erwartungen. In meinen weiteren Erläuterungen sind Spoiler enthalten, daher rate ich denjenigen unter euch, die das Buch selbst noch lesen wollten, an dieser Stelle aufzuhören, da ihr sonst zu viel vom Inhalt und Verlauf lesen werdet.

Schon im ersten Kapitel erfährt man, dass eine Leiche gefunden wurde, jedoch nicht, um wen es sich handelt. Es gibt immer wieder Rückblicke in die Tage vor dem Mord, begonnen mit der Anreise der Clique mit der Bahn in eine verlassene Lodge „am Ende der Welt“ bis hin zur Aufklärung des Falles selbst. Wenn eine alte Clique sporadisch zusammenfindet und dann über Silvester zusammen wegfährt, kann es natürlich zu Spannungen kommen, da man sich in all der Zeit auseinander lebt – das ist vollkommen normal. So hat es mich auch bei dieser Geschichte nicht überrascht, dass die „Freunde“ sich immer wieder gegenseitig anstacheln und die Stimmung gereizt ist. Keiner kommt so wirklich mit den anderen klar, jeder ist getrieben von Missgunst, Hass und Eifersucht und alles wird getarnt durch künstliches Lächeln und Spaß auf Knopfdruck. 9 Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, hocken auf engstem Raum aufeinander und sind permanent am „Feiern“ – natürlich alles in Begleitung mit Alkohol und Drogen. 

Keiner dieser Menschen ist mir auf irgendeine Art und Weise sympatisch geworden, da sie alle recht anstrengend waren. Allen voran Miranda, die in ihrem Leben selbst nichts auf die Reihe bekommen hat, aber alle anderen auf ihre Fehler hinweist, nur um von sich selbst ablenken zu können. Sie führt sich auf wie die Anführerin der Gruppe und irgendwie möchte dennoch keiner wirklich etwas mit ihr zu tun haben, bis auf eine Person. Miranda hat es geschafft, mich durchweg zu nerven und ich habe mich immer wieder gefragt, wie man überhaupt mit ihr befreundet sein kann.

Katie, Mirandas „beste Freundin“ macht von allen den Vernünftigsten Eindruck, jedoch kann ich mir nicht erklären, warum man mit Leuten, die man augenscheinlich nicht mehr wirklich leiden kann, über Silvester wegfährt und weder auf die Reise noch auf die Gesellschaft der Clique wirklich Lust hat. Sie wirkte wie ein sehr negativ eingestellter Mensch, was aber in der Situation auch nicht überraschend ist. 

Emma war mir von Anfang an nicht wirklich geheuer, sie machte sofort einen merkwürdigen Eindruck auf mich und wie sie auf die Flirterei zwischen ihrem Mann Mark und Miranda reagiert war für mich alles andere als Realistisch. Auf die anderen Charaktere möchte ich gar nicht weiter eingehen, denn es würde sich weiterhin ähnlich verhalten. Sie sind alle sehr oberflächlich, keiner der Charaktere scheint eine tiefere Beziehung zu einem der anderen zu haben und man hat nicht das Gefühl, dass die Gruppe sich untereinander wirklich kennt. Man ahnt vieles, aber wissen tut es keiner. Und auch durch die Rückblenden in die gemeinsame Vergangenheit lernt man die einzelnen Charaktere nicht wirklich gut kennen, da es auch dort schon nur so wimmelte von Lug und Betrug, auch wenn das keiner offen aussprechen würde.

Irgendwie war dieses Buch leider sehr vorhersehbar was den Mord selbst anging. Die Rückblicke und Erzählungen der Clique waren erfrischend, weshalb mir das Lesen selbst auch Spaß machte, aber dabei blieb es auch, denn wie bereits erwähnt, war es für mich kein Thriller und ich habe etwas gänzlich anderes erwartet.

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