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“Hexennacht: Wenn das Feuer erwacht” von Kerstin G. Rush

 

Ihr Lieben,

Hexengeschichten lese ich immer wieder gern und ich bin einfach fasziniert davon, wie unterschiedlich diese doch aufgebaut sein können. Gerade Geschichten, die in der Vergangenheit spielen – Hunderte von Jahren vor unserer Zeit – sind oft geprägt vom Aspekt der Hexenjagd und doch schaffen die Autor_innen es, uns auf ganz unterschiedliche Reisen zu bringen und ihre Geschichten zu etwas Eigenem zu machen.

Klappentext: Tod, Magie und Hexenjagd. 1670 in der Pfalz: Nach der Hinrichtung ihrer Mutter bleibt der jungen Hexe Osanna nichts anderes übrig, als mit ihren beiden Tanten zu fliehen. Zu groß ist die Gefahr, dass auch sie als Hexen enttarnt werden. Bei einer weiteren Schwester der Tanten finden die Frauen Unterschlupf. Osanna läuft Gefahr, ihr Herz ausgerechnet an einen Menschen zu verlieren. Die Lage spitzt sich zu, als der Erzbischof in den beschaulichen Ort kommt und eins klarstellt: Hexen wird er den Garausmachen.

Bereits der Klappentext hat mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht und so freute ich mich sehr darauf, mich für einige Stunden in ihr verlieren zu können. Ich muss auch sagen, dass diese Geschichte scheinbar genau zur richtigen Zeit ihren Weg zu mir gefunden hat, denn jede einzelne Seite habe ich sehr genossen und das Abenteuer, auf welches Osanna uns Leser_innen mitgenommen hat, tat mir einfach unglaublich gut. Vielleicht lag es an ihrer Art, wie sie mit allen Hürden, dir ihr begegneten, umgegangen ist oder einfach daran, dass sie eine sehr empathische junge Hexe ist, die in allem versucht, das Gute zu sehen. Auf jeden Fall hat sie es mir sehr leicht gemacht, sie zu mögen.

Aber auch die anderen Charaktere (bis auf eine wirklich böse und grausame Ausnahme), wuchsen mir schnell ans Herz und machten die Geschichte so besonders. Die drei Tanten von Osanna – Agatha, Catharina und Magdalena – könnten unterschiedlicher nicht sein. Klar kam es oft zu Streit, da sie verschiedener Meinungen waren, und doch merkte man zu jedem Zeitpunkt, wie wichtig sie einander waren und dass, egal was kommen würde, sie immer zusammenhalten werden. Die Hexenbunde sind stark und gerade bei Agatha merkte man, welche Last auf ihren Schultern lag. Das ließ sie ab und an ernst und kaltherzig rüberkommen, doch hinter dieser Fassade blickte immer wieder die Sorge um ihre Familie durch und man verstand, warum sie sich so gab.

Aber nicht nur die Hexen, sondern auch Valentin und Clara sind Charaktere, die es mir leicht gemacht haben, sie zu mögen. Durch ihre ehrliche und freundliche Art haben sie sich nach und nach nicht nur in Osannas, sondern auch in mein Herz geschlichen. Deshalb gefiel es mir so sehr zu beobachten, wie Valentin und Osanna sich nach und nach immer näher kamen, wie ihre Liebe erblühte und sie lernten, dass man manchmal einfach Vertrauen haben muss.

Aber nicht nur die Charaktere haben es mir angetan, auch der Handlungsort in der Pfalz machte mich unglaublich neugierig. Kerstin schaffte es die Orte bildhaft zu beschreiben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Ich konnte mir vorstellen, wie Osanna mit Magdalena auf dem Markt arbeitete oder mit Valentin in den Wald ging, hatte zu jedem Zeitpunkt ein klares Bild vor Augen, wie es dort wohl aussehen mag, ohne dabei das Gefühl bekommen zu haben, durch zu lange Beschreibungen gelangweilt zu werden. Die Autorin hat es hier geschafft die Waage zu halten und es uns Leser_innen zu angenehm wie möglich zu gestalten.

Die Story selbst war etwas ruhiger, es wurde viel Wert auf die Verbindungen unter den Charakteren gelegt und doch hat mich die Geschichte einfach verzaubern können. Es müssen nicht immer Geschichten sein, die von einer Spannungskurve in die nächste schwingen, ohne dazwischen Pausen zum Aufatmen zu lassen. Auch wenn ich nicht immer Fan der ruhigeren Handlungen bin, hat mir gerade das hier unglaublich gut gefallen, da es dennoch eine spannende Geschichte war, die ich gern verfolgt habe.

Ich würde mich wahnsinnig über ein Wiedersehen mit Osanna freuen, um zu sehen, wie sie sich als vollwertige Hexe macht, was aus ihr und Valentin wird und wo ihre Reise wohl hingehen mag – Kerstin hat es mit ihrem angenehm leichten Schreibstil geschafft, eine Verbindung aufzubauen, die ich ungern lösen wollte, weshalb ich das Buch ohne Einschränkungen empfehlen kann.

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