Rezensionen

„Projekt 1 -Spring“ von Celina Weithaas

Ihr Lieben,

mir ist lange keine Rezension so schwer gefallen wie zu diesem Buch. Nicht, weil es schlecht gewesen wäre oder mir nicht gefallen hätte, nein, das kann ich nicht behaupten. Es ist ein Buch, bei welchem ich einfach nicht beurteilen kann, wie ich es fand. Hört sich vielleicht merkwürdig an, aber manche Bücher bringen doch widersprüchliche Gefühle beim Lesen hoch, so auch hier.

Zu allererst muss ich sagen, dass ich unglaublich beeindruckt bin, wie ein so junger Mensch wie Celina es schafft, ein Buch zu schreiben, welches so komplex und gut durchdacht ist wie „Spring“. Von Anfang bis Ende gab es keine Situation, die keinen Sinn ergeben hätte, alles passte haargenau und war gut auf vorige Ereignisse abgestimmt. Situationen, die anfangs unlogisch schienen, wurden später so wichtig – ebenso wie einzelne Charaktere. Sie schienen anfangs unwichtig zu sein, nahmen aber großen Anteil am späteren Verlauf der Geschichte. Alles war wichtig, jedes noch so kleine Detail und doch verwirrten einige Momente anfangs sehr.

Liest man den Klappentext, verrät er nicht viel über den Inhalt. „Spring“ ist ein Buch über die Apokalypse, auf den ersten Blick keine neue Geschichte, auf den Zweiten jedoch so viel anders als die Geschichten, die man kennt. Man begegnet dem Grauen in seiner gemeinsten Form, trifft Menschen, die scheinbar auch vor Kannibalismus keinen Halt machen und sucht verzweifelt nach etwas Hoffnung und Liebe zwischen den vielen grausamen Situationen.

Caressa, unsere Protagonistin, erwacht in einer Welt, die unserer unähnlicher kaum sein könnte – und das ohne jegliche Erinnerung an ein Leben „vor der Wolke“. Menschen wurden infiziert und wandeln nun als lebende Tote über die Erde. Die noch lebenden Menschen versuchen ihr eigenes Leben zu retten und gehen dafür über Leichen – so auch Caressa. Sie vertraut niemandem, ist immer nur darauf aus den nächsten Tag zu erleben, egal was dieses Erreichen kostet. Sie begegnet jedem mit Misstrauen, glaubt ausschließlich an das Schlechte im Menschen und sieht in allem nur das Negative – wie könnte es in dieser Welt auch anders gehen. So begegnet sie Leuten, die scheinbar mehr über ihr Leben wissen als sie selbst und ihr doch nichts verraten. Aber auch Caressa muss lernen, dass nicht jeder Mensch etwas Böses möchte und es Leute da draußen gibt, die ihr zur Seite stehen – oder doch nicht?

Ich hatte anfangs meine Schwierigkeiten in das Buch zu finden, denn die ersten Seiten zeigen Caressa’s verwirrte Gedanken, die es dem Leser nicht leicht machen den Ereignissen zu folgen. Es gibt keine Konversation, man liest nur ihre Gedanken und das erschwert das finden in die Geschichte. Jedoch klart sich das immer mehr auf, man entdeckt den roten Faden und kommt von einem Ereignis ins Nächste. Celina Weithaas schafft durch eine sehr bildliche Beschreibung eine Atmosphäre, die den Leser immer weiter vorantreibt – auch wenn meine Gedanken das ein oder andere Mal abgeschweift sind – man möchte einfach erfahren, wie es ausgehen wird. Doch auf das Ende müssen wir Leser noch warten, denn dieses Buch ist nur der Anfang einer Trilogie, wir erfahren gerade mal einen Teil der Geschichte und müssen uns somit noch gedulden – ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie die Reise weitergehen wird.

 

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