Rezensionen

“365: Wenn die Masken fallen” von Isabel Kritzer

Ihr Lieben,

nachdem ich von Isabel Kritzer schon die Magician-Reihe und Captum gelesen habe, welche ich beide wirklich sehr mochte, war ich auch sehr gespannt auf “365: Wenn die Masken fallen” – ihr Debüt, welches neu aufgelegt wurde und sie nun gemeinsam mit dem Herzsprungverlag neu veröffentlicht hat. Es hat nicht nur ein wunderschönes Cover erhalten, mich hat auch der Klappentext sehr angesprochen, weshalb ich schnell mit dem Lesen begonnen habe.

Klappentext: Charlotte will unbedingt etwas Außergewöhnliches erleben, vorzugsweise mit dem geheimnisvollen Traumtyp aus der Cafeteria ihrer Universität. Als sie in einem Zusatzkurs den letzten Platz ergattert – neben ihm -, stellt sie schnell fest, dass André auch zum Verlieben charmant ist. Und reich. Da kommt das überraschende Angebot ihres Vaters, sie endlich in sein Firmenimperium und die glamouröse Welt der High Society einzuführen, gerade recht. Sie ahnt dabei nicht, was für düstere Geheimnisse ihr Vater verbirgt – oder, dass André keineswegs ist, wer er zu sein vorgibt… Rasch entwickelt sich ein Sog aus Luxus, Leidenschaft und Lügen, der Charlottes ganze Clique erfasst.

Dass die Geschichte in einer Gesellschaft spielen wird, die mir gänzlich fremd ist, das war mir durchaus bewusst – jedoch hatte ich mit dieser Welt arge Probleme, da sie mir einfach zu oberflächlich und zu emotionslos war. Es ging nur darum, wer die teuerste Uhr, wer das größte Auto fährt und ich habe dadurch nur sehr schwer eine Bindung zum Buch aufbauen können. Da sich diese Beschreibung der Lebensweise auch bis knapp zur Hälfte des Buches gezogen hat, musste ich mich teilweise wirklich dazu überreden, weiterzulesen. Es lag nicht am Schreibstil, denn der war – wie ich es von Isabel kenne – zwar anders, aber dennoch gut zu lesen, da sie alles sehr bildhaft beschreibt. Ich denke, dass mein Problem wirklich daran lag, dass mir dieses Luxusleben so fremd ist und ich daher keinen Bezug zu der Art zu leben aufbauen konnte, wie die Charaktere im Buch das tun.

Aber ab der Hälfte in etwa nahm das Buch die Richtung an, auf die ich gewartet habe. Charly begegneten immer mehr Probleme in ihrem Leben und die Leute in ihrem Umfeld haben sich verändert, sodass sie sich mit Dingen auseinander gesetzt hat, die ihr vorher so fremd gewesen sind. Das Buch bekam mehr Tiefe und wurde emotionaler, sodass ich dann doch immer weiterlesen wollte. Zwar merkte man, dass es sich um ein Debüt handelte, da ich von Isabel einfach “mehr” gewohnt bin, aber an und für sich konnte mich vor allem das letzte Drittel dann doch noch überzeugen.

Die Charaktere jedoch sind mir leider nicht sympathisch geworden, ich war eher von den meisten Leuten im Buch genervt – was aber einfach an dieser oberflächlichen Art liegt. Charly und ihre Schwester waren so ziemlich die einzigen Charaktere im Buch, die mir nahe gingen. Ich kann zwar nicht nachvollziehen, was Charly an André so überzeugend fand, dass sie bei ihm geblieben ist und auch nicht, wie sie die Situation mit ihrer besten Freundin so ausgehen lassen konnte, wie es eben geschehen ist – da hätte ich mir etwas mehr gewünscht – aber ich muss auch nicht alle Handlungen der Charaktere nachvollziehen können, um ein Buch zu mögen.

Alles in allem war das Buch für mich durchwachsen mit einem Anfang, der mich nicht begeistert hat, aber einem Ende, das mir dann umso besser gefiel. Die Geschichte wurde besser und ich war zum Ende hin froh, ihr eine Chance gegeben zu haben.

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