Rezensionen

„Das Lied der Nacht“ von C. E. Bernard

Ihr Lieben,

ich kann euch gar nicht sagen, ob ich hier die richtigen Worte finden werde, um zu beschreiben, wie grandios ich dieses Buch fand. Wenn man so viel liest wie ich, hat man manchmal das Gefühl, dass einen nichts mehr überraschen kann, doch dann greift man unerwartet zu einem neuen Fantasybuch und kann kaum glauben, was man dort eigentlich liest – denn „Das Lied der Nacht“ ist eines dieser Bücher, die aus der Menge herausstechen und ein völlig neues Leseerlebnis bieten.

Es geht um den Wanderer Weyd und die Bardin Caer, die beide gegen die Schatten der Nacht kämpfen und eine Lösung suchen, wie diese besiegt werden können. Nachts herrscht eine Finsternis, wie sie keiner kennt. Kein Mond, keine Sterne am Himmel und jedes Geräusch ist verboten, bringt aber auch die Schatten näher. Mit Hilfe einiger ihrer Freunde suchen sie für sich und das Volk aus Schur Zuflucht bei dem Eisernen Baron, doch dieser hat nichts Gutes im Sinn.

Eine Geschichte wie diese ist mir bisher nicht begegnet und ich war nach dem Beenden des Buches erstmal sprachlos, was ich da eigentlich gelesen habe. Sie ist düster, sie ist brutal – und sie ist eventuell nicht für Jeden etwas, da einige Szenen so detailliert grausam beschrieben wurden, dass ich mir vorstellen kann, dass einige Leute in diesen Momenten ganz schön zu schlucken hatten. Für mich passten aber genau diese Szenen ins Geschehen, da sie damit eine Stimmung im Buch erschaffen haben, die einfach dafür sorgte, dass man weiterlesen wollte. Wenn man Fantasy liest, gerade auch Fantasy für Erwachsene, muss man auch mit gewissen Elementen rechnen, die in Jugendbüchern so niemals auftreten würden. Und gerade da die Autorin erwähnte, dass „Der Herr der Ringe“ sie zu dieser Reihe inspiriert hat, war mir direkt klar, dass dieses Buch keine heile Welt zeigen wird.

Ich hatte zwar anfangs meine Probleme ins Buch zu finden, da mir die vielen unterschiedlichen Namen leichte Probleme bereitet haben – und auch nach dem Beenden des Buches kann ich mich noch immer nicht an die Namen und Zugehörigkeit erinnern – aber das war für mich bei der Geschichte auch nicht wichtig, da ich dennoch immer wusste, wo ich mich im Buch befand. Die Charaktere sind mir daher nicht nahe gekommen, ich habe keine wirkliche Bindung zu ihnen aufgebaut, aber das war beim Lesen meiner Meinung nach hier auch nur zweitranging, da es nicht um die Charaktere an sich ging sondern um das Problem mit den Schatten der Nacht. 

Ansonsten kann ich nur sagen, wie grandios ich den Schreibstil der Autorin fand. Diese Art eine Geschichte umzusetzen, ist mir bisher noch nicht begegnet und ich bin einfach begeistert davon, dass ich hier aus dem Schwärmen gar nicht mehr rauskommen kann. Sie nutzt Elemente, die Szenen noch spannender machen und uns Leser praktisch ans Buch fesseln. Vor allem aber die Szenenwechsel fand ich perfekt umgesetzt, so gab es zwischen den einzelnen Geschehen keine Absätze, sondern sie gingen einfach immer wieder ineinander über. Wurde erst von Weyd und Caer gesprochen, ging es im nächsten Satz um den Baron, kurze Zeit später zurück zu Weyd und Caer. Es ist schwer zu beschreiben, aber beim Lesen fand ich das einfach fantastisch um gesetzt.

Es ist schwer in Worte zu fassen, wie sehr ich dieses Buch geliebt habe. Es war einfach etwas komplett Neues und ich war gefangen von der Stimmung und dem Geschehen. Ich bin einfach total begeistert und kann es kaum erwarten zu erfahren, wie die Geschichte weitergehen wird. Ein Buch, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird und für mich definitiv jetzt schon zu meinen Jahreshighlights zählt.

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