Rezensionen

„Winterküsse in Schweden“ von Lina Hansson

Ihr Lieben,

da ich Schweden schon mein Leben lang liebe, habe ich nicht lange überlegt, ob ich „Winterküsse in Schweden“ lesen möchte oder nicht, denn eine Geschichte fürs Herz, das in meinem liebsten Land spielt, zu einer Zeit die immer gemütlich ist – das klang nach einem Buch, was ich unbedingt lesen möchte. Der Klappentext hat sich auch gut angehört und so habe ich mich sehr auf die Geschichte dahinter gefreut. 

In diesem Buch geht es um die Protagonistin Malin, welche das vergangene Jahr einfach nur vergessen möchte, denn es schmerzte sie zu sehr daran zu denken. Mit kaum jemanden spricht sie über das Geschehene und so wirklich davon los kommt sie auch nicht. Sie sucht sich eine neue Wohnung in Stockholm, die sich aber als totale Bruchbude entpuppt. Wie gut, dass ihr Nachbar Sven, der gegenüber wohnt, helfen kann. Die Beiden kommen sich immer näher, haben aber große Geheimnisse voreinander, die die junge Beziehung auf eine Probe stellen.

„Winterküsse in Schweden“ – da dachte ich an eine gemütliche Story, die meine Sehnsucht nach diesem wundervollen Land auch etwas stillen kann. Am Anfang des Buches wird noch davon gesprochen, wie entspannt die Schweden sind und wie „lagom“ sie alles sehen. Aber beim Lesen fehlte mir das leider im gesamten Buch. Es werden zwar immer wieder ein paar schwedische Begriffe eingeworfen, aber ansonsten hätte das Buch an fast jedem anderen Ort der Welt spielen können, was meine Freude leider etwas trübte. Skandinavische Geschichten haben immer etwas Besonderes an sich, aber das kam in diesem Buch leider nicht wirklich rüber.

Auch die Charaktere konnten mich nicht überzeugen. Während Malin mich eigentlich mit ihrer Art nur genervt hat, da sie ständig alles dramatisieren musste und Vieles negativ gesehen hat, war mir Sven zu überschwänglich, wollte zu schnell helfen. Das ist an sich nichts schlimmes, aber er tat das einfach zu enthusiastisch, war zu schnell dabei und machte es irgendwie zu  Einzig Jule, Malins beste Freundin, fand ich sympathisch und überzeugend, da sie für mich als einzige in der Geschichte recht „normal“ wirkte. Aber im wahren Leben mag man ja auch nicht jeden, warum sollte es also in einem Buch immer so sein 😉

Um Malis Schicksal wurde ein großes Geheimnis gemacht, wobei man sich dabei einen Teil davon schon denken konnte. Das, was ihr geschehen ist, da möchte keiner in ihrer Haut stecken, denn es ist einfach schlimm. Hier hätte ich mir allerdings gewünscht, dass man etwas mehr von ihr erfährt, wie sie davor war. Dass wir Leser erfahren, spüren, wie sehr sie dieser Schicksalsschlag verändert hat, was das Geschehene mit ihr machte. Vielleicht wäre es mir dann einfacher gefallen, Malin als Person zu verstehen. Vielleicht wäre sie mir dann etwas sympathischer geworden. Ein paar kleine Rückblicke hätten der Tragik noch ein ganz anderes Gefühl verliehen.

Vielleicht bin ich aufgrund des Settings mit einer zu hohen Erwartung an die Geschichte gegangen, aber ich bin leider nicht gänzlich überzeugt und hätte etwas „Mehr“ erwartet. Es ist ein nettes Buch für Zwischendurch, für mich jedoch leider nichts Besonderes.

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