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“Still Missing You” von Valentina Fast

Ihr Lieben,

wie schön sind doch Geschichten mit Kleinstadt-Feeling. Ich liebe sowas immer wieder sehr und finde, dass sich in solchen Geschichten eine viel bessere Bindung zu den Charakteren aufbauen lässt, als wenn die Geschichte in großen Städten spielt. Man bekommt viel drumherum mit, lernt wesentlich mehr Charaktere kennen und es herrscht meist eine wundervolle Atmosphäre. So auch hier, denn wenn man die Menschen um sich herum seit Kindertagen kennt, ist das zwar nicht immer positiv, allerdings machen Plänkeleien so viel mehr Spaß.

Klappentext: Zur Beerdigung ihrer Großmutter kehrt Hazel widerwillig in die Kleinstadt zurück, aus der sie überstürzt geflohen ist. Denn niemand sollte je erfahren, wie sehr Hazel ihren Pflegebruder Derek geliebt hatte und dass er ihr Herz brach, ohne es zu wissen. Da hilft es nicht gerade, was ihr und ihren Pflegegeschwistern bei der Testamentseröffnung verkündet wird: Alle zusammen sollen eine alte Villa der Großmutter erben und diese zu einem Hotel umbauen. Und dann tauchen auch noch alte Notizbücher auf, die Hazels Gefühle für Derek enthüllen…

Wo ich anfänglich noch das Gefühl hatte, Hazel sei eine verbitterte Protagonistin, die zurückgewiesen von ihrer Familie nach New York geflohen ist, zeigte sich im Verlauf immer mehr, dass dies nur der äußere Schein ist, den sie gegenüber ihren Geschwistern wahrt. Eigentlich steckt in ihr eine lebensfrohe junge Frau, die kein Problem damit hat, sich die Hände dreckig zu machen und für das zu kämpfen, was ihr im Leben wichtig erscheint. Ja, es war eine Hürde für sie zurück nach Eastwood zu kommen, sie wusste nicht, wie sie ihren Geschwistern begegnen soll, machte aber auch keinen Hehl daraus, dass Telefone in beide Richtungen funktionieren. Sie sagt gerade heraus, was sie denkt – auch wenn sie damit aneckt. Doch sie hat zu lang geschwiegen und man merkt, dass sie das einfach nicht mehr kann. Ich persönlich mochte ihre Art einfach sehr, denn sie machte Fehler, stand dann aber auch dazu und wirkte dadurch einfach sehr natürlich.

Aber auch Derek war ein Charakter, der zwar nach außen betrachtet sehr überheblich wirken konnte, aber in ihm schlummerte einfach der Geist seiner Vergangenheit, von dem er sich nur schwer lösen konnte. Nicht nur der verletzte Stolz durch Hazel in ihrer beider Jugend, auch der Verlust seiner Eltern saß einfach sehr tief, so dass er versuchte sich zu schützen – auf eine leider recht unschöne Art und Weise. Mir tat Hazel immer wieder leid, wie Derek sich ihr gegenüber gegeben hat, auch wenn ich seine Handlungen nachvollziehen konnte. Vieles hätte man verhindern können, wenn einfach vernünftig gesprochen worden wäre.

Mein liebster Charakter des Buches war wohl Ryan – einer der vier Geschwister. Klar, er hat sich auch aus allem irgendwie rausgehalten und keine Partei ergriffen oder Hazel vor ihrer gemeinsamen Schwester Amber mal in Schutz genommen, aber er war der Einzige, der Hazel nicht ausgeschlossen hat. Ryan hatte eine Art an sich, die ich einfach sehr mochte und so habe ich die Begegnungen mit ihm auch immer genossen.

Das Buch hatte kleinere Punkte, die nicht perfekt ausgearbeitet waren, aber alles in allem mochte ich es einfach gern. Es hat sich unglaublich gut lesen lassen und war so geschrieben, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen – fast das gesamte Buch habe ich an einem Tag gelesen und das hat schon was zu heißen.

Nun freue ich mich auf Ambers Geschichte – zwar mochte ich sie in diesem Buch kaum, aber ich kann verstehen, warum sie so ist, wie sie eben ist. Ich hoffe, dass sie aus ihren Fehlern lernt und auch, dass mir ihr Band sie mir ein ganzes Stück näher bringen wird.

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